Sponsoren und Supporter










Westside 4 Life – Californ.I.A. !!

einsortiert unter: USA - Der Westen, am 22. Oktober 2013

West coast 4 life! Den Satz können wir nicht hundertprozentig supporten, dazu fällt hier zu wenig Schnee. Aber auf jeden Fall hält das Leben hier einiges bereit, zumindest wenn man das nötige Taschengeld hat! Das haben wir zwar nicht, aber dafür die richtigen Freundesfreunde J: in Chico konnten wir bei der wundervollen Casey am Pool rumhängen, bei Emilys Eltern haben wir entspannte Tage in Novato auf einer riesigen Pferderanch verbracht, und konnten uns beim Ausritt schon mal auf die Pampa in Chile und Argentinien vorbereiten.
Weintouren ins nahe Napa Valley, Surfsessions am Stinson Beach und (mehr oder weniger freiwilliges) Skydiving haben die ‚lazy days’ versüsst. Nach unserem Unfall haben wir das als eine Art verdienten Lohn gesehen :).

Ab gings im Konvoi mit Jule, Jörg und Kathrin (im netten Mustang Cabrio) gen Vegas! Die Stops im Yosemite NP und Death Valley hielten sich leider in Grenzen – dank des ‚governmental shutdown.  Aber Vegas war geöffnet, und wie! Einmal Star und zurück: Richard macht innerhalb von 5 Minuten am Banditen aus 1 Dollar 20, dann jedoch aus 80 Dollar die Pleite J. Ami und Clemens drehen ein richtiges großes Rad am Glücksrad, doch am Ende gewann wider Erwarten das Treasure Island. Verdammt! Wir hätten doch Pokern sollen…Schuster, bleib bei deinen Leisten…
Das lang ersehnte Buffet, von dem wir in den entbehrungsreichen kalten Nächten Alaskas oft geträumt haben, entschädigte aber für alles. Auch Jörg wurde letztlich vor allem vom Desserttisch überzeugt, und auch seine nächtlichen „Angelausflüge“ im Casino waren schnell vergessen ;-).

LA Baby! Nach dem Trubel in Vegas wollten wir ursprünglich direkt nach Mexiko durchfahren. Aber der Einladung von Christina, die beim Deutschen Generalkonsulat in LA arbeitet und in einem tollen Compound wohnt, konnten wir nicht widerstehen. Und wie es sich gelohnt hat! Ein zusätzlicher Thrill war der Six Flags Rollercoaster Park, der einen unerwarteten Höhepunkt bereithielt: kurz vor Ladenschluß wollte Clemens unbedingt noch den höchsten Freefall Tower der Welt bezwingen, Richard musste etwas überredet werden („Das geht doch ganz schnell, 20sec hoch, 5sec oben die Seele baumeln lassen, und schon ists vorbei!“). In 120m Höhe ließ der freie Fall dann doch ungewöhnlich lange auf sich warten. Die Durchsage „Due to technical issues we’re experiencing a minor delay…please stay seated“…widerholte sich mehrmals, nichts ging mehr. Stay steated, als wäre irgendwem danach gewesen, aufzustehen. Nach 5 endlosen Minuten wurden alle etwas nervöser (Richard: „Das Scheißding ist kaputt! KAPUTT!“), nach 10 Minuten waren manche kurz vor der Panik, nach 15 Minuten war es wirklich nicht mehr witzig. Aber dann gings dann doch heil nach unten, und jeder bekam eine Freifahrt geschenkt – Scherzkekse!

Weiter ging die wilde Fahrt gen Süden, immer entlang des Pacific Coast Highways. Orange County ist unglaublich posh. Wir würden gerne wissen, was die Leute hier so arbeiten – die Ehefrauen, die morgens in der Mall beim Starbucks sitzen, offensichtlich nicht so viel :-).

Ein ungeplanter Boxenstopp „zwingt“ uns zu ein paar Tagen campen und surfen. Wir müssen warten, bis die Ersatzteile für unsere verrosteten Bremsen da sind, aber diesmal haben wir Glück: eine auf „British cars“ spezialisierte Werkstatt hat Beziehungen, per UPS overnight müsste in ein paar Tagen alles da sein. Allein die Reisekasse leidet wiedermal extrem, und wir machen uns langsam ernsthaft Sorgen, wie wir die kommenden 8 (!) Monate bezahlen sollen :-(.
Nun ja, in Mexiko wird alles superbillig, so lautet mittlerweile unser Wunschdenken. Nach widersprüchlichen Informationen haben wir uns nun doch für die Einreise über das berüchtigte Tijuana entschieden, auch weil die Route durch die Baja California sicherer zu sein scheint – schaun mer mal! Mexico, llegamos!

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english version:

West coast 4 life! We cannot fully support this motto, there is just not enough snow here. But life definitely provides a lot around here, especially for those with the right budget! We don’t have the right budget, but we have the right friends who knor the right people :-): We could hang out with wonderful Casey at her Pool and have had amazing days at Emilys parent’s horse ranch in Novato. Some rides prepared us for the ‘Pampa’ in Chile and Argentina!
Wine trips to the close Napa Valley, surf sessions at Stinson Beach, (more or less) voluntary skydiving sweetened these lazy days. After our accident we celebrated it and we kind of felt that we somehow deserved it J.

We drove to Vegas in convoi with Jule, Jörg and Kathrin (with their nice Mustang convertible)! Thanks to the governmental shutdown we didn’t see a lot of Yosemite NP, but Vegas was open – wide open! A star for a minute: Richard made 20 dollars out of 1 at the slot (slut) machine, but then burned 80 dollars to nothing J. Clemens and Ami played big at the wheel of fortune, but against all odds Treasure Island won in the end. Damn! We should have played Poker…
The long awaited buffet, which we dreamed of in those cold Alaskan nights, made it all up, though. Even Jörg could be convinced, especially by the desert, and his nightly “fishing trips” have been forgotten soon J.

 LA baby! After busy Vegas we originally wanted to drive directly to Mexiko, but we couldn’t resist Christinas invitation to LA. She works for the German embassy and stays in a very compound. And how it paid out! An additional thrill has been the “Six Flags Rollercoaster Park” with a special highlight: Just before the park closed Clemens insisted to do the highest drop tower in the world. Richard had to be convinced a little (“It is over so quick, 20sec up, hang loose for 5sec and then we’re down again!”). But the free fall didn’t come. Waiting 380ft above the ground we heard them saying “Due to technical issues we’re experiencing a minor delay…please stay seated” several times. Stay seated, as if anybody intended to get out. After endless 5 minutes everybody got a little nervous (Richard: “This fucking thing is broken. BROKEN!”), after 10 minutes some almost paniced, after 15 minutes it was not funny at all any more. But then it went down successfully, and everybody got a free ride – Ha ha!

The crazy ride went on, always southwards along the Pacific Coast Highway. Orange County is unbelievable posh! We wonder  how the locals earn their living here – the wifes who sit at Starbuck’s in the Shopping Malls in the mornings seem don’t seem to contribute a lot to the household budget ;-).

An unplanned pit stop “forces” us to camp and surf a couple of days. We have to wait for spare parts as our brakes are torn and rusted, but we seem to be lucky this time: we found a repair service specialized on british cars. They have good connections, and via UPS overnight the parts should be here soon. Just our budget suffers extremely, and slowly we are seriously concerned how to pay the remaining 8 (!) months.
However, Mexico is super-cheap, that’s our mantra now :). After contradictory information we now opted for the San Diego / Tijuana border, also because the route via Baja California seems to be safer. Let’s see! Mexico, llegamos!

Der Unfall / The Crash

einsortiert unter: USA - Der Westen, am 4. Oktober 2013

Es gibt Tage, an denen man denkt, dass alles läuft, dass alles im Fluss ist und man unbesiegbar ist. Nachdem wir eine wunderbare Nacht in einem Zimmer zum Schnäppchenpreis mit unglaublichem Meerblick verbracht haben, hat Richard einen Megadeal im lokalen Surfshop gemacht und endlich ein eigenes Surfboard erstanden. Die Stauboxen, die wir schon lange gesucht haben, fanden wir im Walmart – sie passen perfekt in unseren Ausbau. Den verbrauchten und kaputten Campingkocher tauschen wir ohne Rechnung in einen nagelneuen um. Die Brandung rauscht, die Stimmung ist südlich, und wir suchen nur noch ein Bündel Feuerholz und ein Plätzchen für die Nacht.

Das Quietschen blockierender Reifen reißt uns alle aus diesem Traum. Es macht einen furchtbaren Schlag, Wasser spritzt von irgendwo her an die Decke, und ein rauchendes Wrack rollt an uns vorbei. Alles kommt zum Stillstand. In diesen Millisekunden werden wir von Tausenden schrecklichen Gedanken geflutet. Wieso?? Ist das wirklich passiert? Das MUSS ein Traum sein. Wie sieht unser Auto hinten aus? Verdammt, Ersatzteile finden wir niemals! Geht Road2Rio hier zu Ende? Ist der Traum von einem zum anderen Moment geplatzt? Was ist überhaupt mit unserer US-Versicherung? Fuck, bitte bitte nicht!

Leider spult Gott die Realität nicht zurück. Kreidebleich steigen wir aus und rennen zum anderen Wagen. Als der Gesundheitszustand von Kelly, der anderen Fahrerin, gecheckt ist, widmen wir uns Sami und uns selbst. Allen scheint es körperlich gut zu gehen. Es fängt an zu nieseln und es bildet sich eine kleine Traube von Gaffern. Samis Heck ist übel zugerichtet worden, aber kein Vergleich zum anderen Fahrzeug. Der Auspuff hängt am Reifen und schleift an der Kardanwelle. Die Stoßstange ragt im 30°-Winkel nach innen. Der linke Innenraum ist verzogen und alles nicht mehr dort, wo es sein sollte. Wir können von außen Clemens’ Klamotten durch den Kotflügel hindurch sehen. Die Staubox baumelt lose im gerissenen Aluminium. Es ist ein furchtbarer Anblick.

Erstaunlich schnell trifft die freiwillige Feuerwehr und der Krankenwagen ein. Der Highway wird abgesperrt, der Police Officer nimmt alle Daten auf, und man kommt mit den Rettungskräften ins Gespräch. Zigaretten und Cola helfen über den Schock.

Und dann scheint alles wie von selbst abzulaufen. Der Einsatzleiter John wohnt nur wenige hundert Meter vom Unfallort entfernt und gibt uns ein warmes Dach über dem Kopf. Wir können fahren, nur der Auspuff schleift – aber möglicherweise lässt sich das professionell reparieren. Es keimt Hoffnung auf, nachdem wir mit Johns Bagger und einer Stahlkette die Stoßstange wieder in Position ziehen konnten. Wir begutachten den Schaden genauer. Da wir uns von Defender Ersatzteilen in den USA schon lange verabschiedet haben, wissen wir, dass wir es irgendwie selbst richten müssen, und wir beratschlagen. Wenn die Achse und der Rahmen nicht verzogen sind, können wir es vielleicht schaffen. Glücklicherweise benötigen wir außer den Lampen, die uns just in time erneut von „Drexel Fahrzeugtechnik“ zugestellt werden, keine weiteren Ersatzteile. John hat schweres Werkzeug parat, wir bewaffnen uns mit Vorschlaghammer, Nietzange und weiteren Tools, und machen uns an die Arbeit….

Es ist ein ekelhaftes Gefühl, morgens in einem Trailer irgendwo weit weg von zu Hause aufzuwachen und erst glücklich zu sein, weil alles nur ein böser Traum war – nur um dann festzustellen, dass es doch die Realität ist. Es braucht am Ende 3 Tage und viel Nerven, um Sami wieder auf die Strasse zu bekommen. Ohne die viele Unterstützung der gastfreundlichen Florencianer wäre uns das wohl nicht gelungen: John kennt Gerred von „Muffler Works“, der den Auspuff in Rekordzeit zusammenschweisst. Derrick hilft uns bei der Elektrik. Das Office im Gericht hat zwar geschlossen, aber wir können die kleine Strafe für unseren Verkehrdelikt trotzdem bezahlen. Und es gibt viele weitere Beispiele. Nun bleibt nur zu hoffen, dass die Versicherung für alle Schäden aufkommt, aber wir sind zuversichtlich – der Papierkram ist bereits erledigt.

Was bleibt am Ende? Man ist sich einmal mehr bewusst, wie schnell der Traum beendet sein kann. Wie weit die Reise noch ist. Wie fragil ein lange geplantes Unternehmen doch sein kann. Wie aber auch der dünnste Faden, an den man sich hoffnungsvoll festklammert, letztlich doch halten kann. Und dass es freundliche und aufopferungsvolle Menschen gibt, die einem in Situationen der Not selbstlos die helfende Hand reichen. Vielen Dank an all diese Leute in Florence, Oregon, und zuhause, die Road2Rio wieder auf die Straße gebracht haben! Es geht weiter!

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english version:

There are days when you just feel  invincible, when everything just works out, when everything is ‘in the flow’. After a wonderful night in a beautiful ocean-view room for an amzing price Richard made a super-deal in the local surf shop (he finally bought his first own surfboard). The storage boxes we found at Walmart perfectly fit with our interieur. The torn camping stove has been replaced by a brand-new one even without an invoice.The surge swooshes, the mood is tropical and we’re just looking for a bundle of firewood and a place to sleep.

Squeaking tires rip us all out of our day-dreams. Then there is that terrible hit. Water is squirting to the roof and a smoking wreck of a car is rolling beside us. Everything stands still. Within these miliseconds we are flooded by thousands of thoughts. Why?? Did that really happen? This HAVE TO be a dream. Is Road2Rio over? How does the rear of our car look like? Damn, we will never find spare parts. What is the name of our US insurance again? Is our dream over right now? Please, no!!

Unfortunately, god does not rewind reality. Pale as a sheet we exit the car and check the other person. As Kelly, the other driver, seems to be okay we check Sami and ourselves (in that order). All of us are physically well, it starts drizzling and gawkers are clustering. Samis back looks terrible (but not even close to the other car which is a total loss). His exhaust is kinked and scratches to the left rear wheel and to the drive line. The bumper is badly damaged. The inner closet is moved, we can see Clemens’ clothes through the car wing. It is a shocking view.

The ambulance and the firefighters arrive surprisingly fast. The highway is getting blocked, the police officier records all data and we get into chats with the helping people.Cigarettes and cokes help to fight the shock.

And then, suddenly, somehow, everything starts to work automatically. John, the major fire rescue and paramedic, lives close by the place of accident and hosts us – for three days and nights in the end! We can drive, only the grinding exhaust makes awful noises, but maybe that can be fixed professionally. Hope is sprouting after we could bring the bumper back in shape with Johns huge bagger and a steel chain (!). We investigate the damage closer and we deliberate. If the axle and frame are not damaged too badly, we might fix it on our own, maybe. Luckily we don’t need any spare parts beside some lamps which are sent immediately by Drexl Fahrzeugtechnik in Munich (thanks again!). We arm ourselves with sledgehammers, rivet guns and other stuff and get down to work…

It is a disgusting feeling to wake up in the morning in a trailer, far away from home and to be happy because everything has only been a bad dream – just to find out that it is still real. In the end it took three days and a lot of nerves to bring Sami back on the road. But without the great support by other people this wouldn’t have been possible. John knows Gerred from “Muffler Works” who welds our exhaust in record-time. Derrick helps with the electrics. The courthouse has closed, but we are still allowed to pay our ticket. And there are a many more examples. We still hope that everything will work out with the insurance, but we are confident.

What stays in the end? We are conscious how quick the dream could be over, and how far this journey still is. How fragile a long-planned endeavour always can be. But also how strong even the tiniest string of hope can be. And that there are beautiful people in this world who support you when you really need help. Thanks to all these guys in Florence and back home who supported us these days! We love you, and we are BACK ON THE ROAD!