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The Surf Bums of Ecuador

einsortiert unter: Kolumbien / Ecuador, am 15. Februar 2014

Nach der Ueberfahrt nach Kolumbien haben wir nun eeendlich wieder Zeit, und zwar fast unbegrenzt. Unser naechster vorgegebener Wegpunkt ist: Anfang Juni in Brasilien zu sein. Bis dahin haben wir sozusagen nichts weiter vor. Und so kommt es, dass wir uns in Ecuador vollends dem Surfen widmen koennen. Wir reisen die gesamte Kueste von Norden nach Sueden, unsere Reisegeschwindigkeit wird durch den Swell bestimmt . Wir lassen uns treiben, unsere Gedanken drehen sich um die Gezeiten, offshore-Wind und Periode. Unser typischer Tagesablauf sieht wie folgt aus: Aufstehen, Fruehstuecken, Surfen. Mittagsschlaf, in unserer grossen WM-Enzyklopaedie schmoeckern, Surfen. Abendessen, einen Film oder alte WM-Finals schauen. Wir leben am Strand, wir haben kein Ziel, ausser den naechsten Strand. Wir wissen weder das aktuelle Datum, noch den Wochentag. Die Angaben „Anfang/Mitte/Ende“ des Monats reicht fuer unsere Reiseplanung voellig aus. Kurzum: Wir sind Surf Bums, die Surf Bums of Ecuador (SBEs). Da fragt man sich natuerlich gleich, was dieses Akronym aussagen soll, deswegen geben wir euch hier eine Charaktersieriung der SBEs:

  • Die SBEs sind schon da, wenn die Rucksacktouristen ankommen. Und wenn diese wieder abreisen, sind die SBEs immernoch da.
  • Die SBEs campen, aber professionell: Sie haben immer kuehles Bier in ihrem Kuehlschrank. Massenweise. Und sie wissen, dass ein 0,6l-Bier in der Sonne laenger kuehl bleibt als zwei einzelne 0,33l Dosen.
  • Als SBE ist man mit der Bedienung im besten und preiswertesten Pollo-Laden per du (1/4 Haehnchen mit Reis, Pommes, Linsen und Salat fuer 3,50 Dollar, da kann man nicht meckern). Doch auch billig ist nicht umsonst, deswegen gehen die SBEs im Sonnenuntergang angeln – denn das Angebot der Natur ist auch in Ecuador for free ;-). SBEs behaupten, am Meeresgeruch erkennen zu koennen, ob die Fischgruende ergiebig sind oder nicht.
  • Die SBEs wirken nicht so, aber sie sind Profis: sie helfen armen Reisenden, die sich aus ihrem Auto ausgeschlossen haben, und zwar mit verschieden starker Angelsehne und Draht (und natuerlich einer Kurzanleitung zum Bau einer provisorischen Angel, um das Auto zu knacken)
  • SBEs freuen sich ueber eine Dusche mit 4 Waenden, einer Tuer und Licht. Ist aber kein Muss, denn es gibt ja immernoch die bewaehrte Outdoor-Dusche am Auto.
  • SBEs machen auch bei Regen Feuer.
  • SBEs waren ueberall: sie lernen Orlando aus Crested Butte kennen, und waren schon dort. Sie sprechen mit Alaskans ueber Valdez, Alaska – und waren schon dort. Sie treffen Paul & Gin aus Montana – und sind damals zufaellig an ihrem Haus vorbeigefahren.
  • SBEs werden von der ecuadorianischen „Ayampe Neighbourhood Watch“ respektiert
  • Selbst beschauliche Touristenorte sind fuer die SBEs grenzwertig ueberfuellt – sie halten es nur zum Mittagessen in der Stadt aus, um sich sofort wieder in ihr idyllisches Exil zurueckzuziehen
  • SBEs freuen sich NICHT, wenn ein Surf-Contest am Strand ausgetragen wird – denn dann ist der beste Pointbreak blockiert
  • SBEs danken immer Pacha Mama
  • SBEs muessen sparen, aber haben immer Bier und eine warme Mahlzeit fuer die Ladies und gute Freunde uebrig
  • SBEs sorgen dafuer, dass die security guys immer gut auf sie zu sprechen sind
  • Die SBEs rocken Lefthander wie Righthander, aber mit Demut: sie wissen genau, dass der Ozean staerker ist, wenn er will, und dass es immer einen dude gibt, der besser surft als sie
  • SBEs halten sich an den Code der locals, niemandem die geheimen Super-Spots „xxx“ und „yyy“ zu verraten
  • SBEs haben nur drei Feinde: Muskelverhaertung im Nacken, Reefcuts an den Beinen und Ohrentzuendungen durch den Wind
  • SBEs treffen dich „draussen“.

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english version:

After the big crossing to Colombia we have got time, fiiinally, unlimited time indeed.  Our next given way point is: To be in Brazil at beginning of June. And until then we have nothing to do so far. And so it comes that we can fully focus on surfing in Ecuador. We travel the entire ecuadorian coast from Noth to South, our travel speed is determined by the swell. We drift, our thoughts are about tides, offshore wind and wave periods. A typical day looks like this: get up, breakfast, surfing. Nap, browse in our big World Cup Encyclopaedia, surfing. Dinner, watching a movie or recordings of old world cup finals. Next day: repeat. We live at the beach, we have no destination except the next beach. We neither know the current date nor weekday. „Beginning/mid/end“ of the month are sufficient descriptions for our plannings. In short: we are surf bums, the Surf Bums of Ecuador (SBEs). So you ask what this acronym now is supposed to mean, ey? Here are the main chracteristica of the SBEs:

  • -The SBEs are there, when the backpackers arrive. And when they leave, the SBEs still remain there
  •  The SBEs camp, but professionally: They always have cool beer in the fridge. En masse. And they know that a 0,6l beer stays longer cool in the sun than two 0,33l cans
  • A SBE knows the owners of the best and cheapest chicken restaurant by name (1/4 chicken with fries, rice, lentils and salad for $3,50, nothing to complain about). But cheap isn´t for free either, so the SBEs go fishing, because the fruits of mother nature are for free in Ecuador, too ;-). SBEs claim to tell by the water´s smell if there is good fishing or not
  • SBEs don´seem like, but they are pro´s: they help out poor other travellers who locked out of their car with different types of fishing line and wire (and a short instruction on how to build a makeshift rod to crack the car)
  • SBE are always happy about a shower with 4 walls, a door and light – but it ain´t a must, because there is still the outdoor shower at the car
  • SBE light a campfire even at rain
  • SBE have been everywhere: they get to know Orlando from Crested Butte, and they have been there. They talk with Alaskans about Valdez, Alaska – and have been there. They meet Paul and Gin from Montana and happened to have passed their house at Glacier National Park.
  • SBEs are respected by the Ecuadorian „Ayampe Neighbourhood Watch“
  • Even quiet tourist places are borderline filled for SBEs – they only suffer the city for lunch, just to retire immediately afterwards into their idyllic exile
  • SBEs are NOT happy when there is a surf contest going on – because then the best point break is blocked
  • SBEs thank Pacha Mama always
  • – SBEs have to save money, but they always have beer and a meal left for the ladies and good friends
  • – SBEs always put themselves on good terms with the security guys
  • – SBEs rock lefthand and righhand breaks, but with humbleness: they know well that the ocean is stronger, if it likes, and that there is always another dude who surfs better than them
  • – SBEs follow the local´s rule not to tell anybody about the secret super spots „xxx“ and „yyy“
  • – SBEs have only three enemies: pulled muscels in the neck, reef cuts at the legs and ear infections due to the wind
  • – SBEs see you „out there“.

Heisses Pflaster Kolumbien / ´Hot´Spot Colombia

einsortiert unter: Kolumbien / Ecuador, am 4. Februar 2014

Wir setzen unseren ersten Fuss auf kolumbianisches Festland, und…sind ueberrascht von Cartagena! Wir hatten keine konkrete Vorstellung, auf jeden Fall haben wir nicht diese hochmoderne Skyline erwartet, gemischt mit einer wundervollen kolonialen Altstadt, die einem Freibeuterhafen aus Jack Londons Romanen gleicht. Doch nachdem wir den Papierkrieg im Hafen und den Behoerden gemeistert und Sami nach 2 Tagen aus dem Container befreit haben, zieht es uns ins Laendliche. Wir brauchen unbedingt eine Pause! Wir finden einen ruhigen Platz zum campen im Innenhof einer Hotelanlage und laden wortwoertlich erst einmal alle Batterien auf. Sami wird nach der langen Zeit alleine im Container wieder richtig umsorgt, Kleidung gewaschen, der Kontakt mit Familie und Freunden in der Heimat gepflegt, und vor allem erholen wir uns von den aufreibenden letzten 2 Wochen der Verschiffung.

Auf der Fahrt Richtung Sueden begegnet uns mehr Militaerpraesenz, als wir es noch aus Mexiko gewohnt sind. Zudem ist die Ausruestung des Militaers um einiges kriegstauglicher. Nicht nur einmal sehen wir Panzer am Strassenrand. Uns zeigen die Soldaten immer nur einen gen Himmel gerichteten Daumen, gute Weiterfahrt, so a la ´Wir haben hier andere Probleme, als euch zu kontrollieren´. Jede Bruecke ist an beiden Seiten durch Sandsaecke und bewaffnete Soldaten gesichert. Uns fallen die Geschichten Reisender ein, welche wir auf unserem Weg getroffen haben. Bei Ad und Hermanus wurde ein Militaerstuetzpunkt in der Naehe ihres Nachtlagers von Guerillas angegriffen. Bei Hans und Bendte schaute bei einer etwas unbedachten Offroadtour die AK47 ins Fahrerfenster – FARC-Rebellen waren in der Gegend! Nur aufgrund Unstimmigkeiten bei den Rebellen gelang ihnen eine stundenlange Flucht, die gluecklicherweise ein gutes Ende nahm.

Bei unser dritten Station, kurz vor dem beruechtigten Medellin, kommen wir, wie so oft in der Daemmerung, in der Bergstadt Yarumal unter. Auf dem gefuellten Marktplatz sind wir die Hauptattraktion. So ein Auto haben sie noch nie gesehen und dazu noch die hellen Haarfarben! Wir werden in mehrere freundliche Gespraeche verwickelt, bevor wir uns der Suche nach einem sicheren Parkplatz und dem Nachtlager widmen koennen. Unheimlich ist es aber schon, wenn scheinbar die gesamte Nachbarschaft von den beiden Gringos weiss, die in der Stadt sind.
Generell aber sind die freundlichen, aufgeschlossen und aeusserst hilfsbereiten Kolumbianer das bisher liebenswuerdigst lateinamerikanische Voelkchen, dass und bis jezt auf der Reise begegnet ist. Noch nie haben wir so viele Reisetipps und Empfehlungen erhalten, noch nie durften wir so oft eine Fuehrung durch unser Auto geben. Da werden unsere Spanischkenntnisse auf die Probe gestellt, denn englisch versteht schon lange niemand mehr.

Nicht nur die deutsche Botschaft, auch Einheimische haben uns davon abgeraten, allzu weit von der Panamericana abzuweichen, und wir halten uns auch daran. Schade, denn wir sind sicher, dass es gerade in den laendlichen Gegenden viele tolle Sachen zu entdecken gibt – aber das Risiko ist uns zu hoch. Wir verlassen Kolumbien mit gemischten Gefuehlen: Einerseit haben wir die bisher aermsten Siedlungen der Reise gesehen und die wildesten Geschichten ueber Gewalt und Unrecht erfahren. Andererseits waren die Menschen ueberaus froehlich und freundlich. Als equadorianische Zeitungen anschliessend von weiteren Kaempfen berichten, bei denen wieder 14 FARC-Rebellen getoetet wurden, und uns noch nachtraeglich eine Email aus der deutschen Botschaft erreicht, dass vor kurzem wieder Deutsche, nicht weit von unserer Route, entfuehrt wurden, fuehlen wir uns doch sehr gut, die Verschiffung und Kolumbien selbst bewaeltigt zu haben! Suedamerika wir kommen!

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english version:

We put our first step on columbian ground, and…we are surprised of Cartagena! We did not know what to expect, frankly spoken, but definitely not this modern skyline, mixed with a cute colonial old town which seems to be arosen directly from one of Jack Londons novels.
But after we won the „paper war“ at the port and at the ´oficinas´ and finally could free Sami after two days out of his container, we leave the city into rural areas. We need a rest so badly!
We find a quit camping place in the backyard of a hotel area and literally recharge all batteries. Sami receives good care after all this time in ports and containers, clothes get washed, we get in touch with friends and family back home, and first of all – we recreate from the intense past two weeks of shipment.

On our way south we pass even more military presence than we´ve been used to up in Mexico, plus their equipment is way more radical. Not just once we even see a tank next to the road. The soldiers usually wave us through, as if they say ´We have more serious stuff to care about than to check you gringos´. Every bridge is secured by military points on both sides. We recall stories we heard by ohter travellers. Ad and Hermanus told us that a military checkpoint got attacked by rebels nnot far away where they stayed the night. Hans and Bendte had an AK47 muzzle pointing in their car´s window, and only with luck they could escape of this scary situation.

At our third stop we arrive at dusk in Yarumal, a nice village town right before notorious Medellín. We are the main attraction on the crowded main plaza as soon as we enter the village. Nobody has ever seen a car like ours, and then these bright hair! We get involved into several friendly chats before we can go on to find a secure parking spot and a room for the night. But still it is a little spooky when pretty much the entire neighbourhood seems to know about the two gringos who are in town.
But in general the Colombians are the friendliest, most open and most helpful people we got to know so far in Latin America. We never received that many travel tips and recommendations by the locals, and we gave the most ´tours´ through our car since the States :-). It is also a good test for our Spanish, because the times anybody understands english are very long time ago.

Not only the German Embassy, but also locals disadvice to depart too far from the Panamericana due to safety reasons, and so we don´t. It is a pity, we are shure that especially in the rural parts there is a lot of cool stuff to discover, but in the end we don´t want to take the risk. So we leave Colombia with mixed feelings: On the one hand we´ve seen the poorest areas so far on the journey, and we heard the wildest stories about violence and injustice. On the other hand the people have been amazingly friendly and happy. As we´ve already left the country ecuadorian papers report about fightings where again 14 FARC rebels have been killed, and we hear abbout two knidnappings with germans involved not far from the route we drove, we are happy to have managed the shipment and Colombia itself. And now: South America here we come!