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Heisses Pflaster Kolumbien / ´Hot´Spot Colombia

einsortiert unter: Kolumbien / Ecuador, am 4. Februar 2014

Wir setzen unseren ersten Fuss auf kolumbianisches Festland, und…sind ueberrascht von Cartagena! Wir hatten keine konkrete Vorstellung, auf jeden Fall haben wir nicht diese hochmoderne Skyline erwartet, gemischt mit einer wundervollen kolonialen Altstadt, die einem Freibeuterhafen aus Jack Londons Romanen gleicht. Doch nachdem wir den Papierkrieg im Hafen und den Behoerden gemeistert und Sami nach 2 Tagen aus dem Container befreit haben, zieht es uns ins Laendliche. Wir brauchen unbedingt eine Pause! Wir finden einen ruhigen Platz zum campen im Innenhof einer Hotelanlage und laden wortwoertlich erst einmal alle Batterien auf. Sami wird nach der langen Zeit alleine im Container wieder richtig umsorgt, Kleidung gewaschen, der Kontakt mit Familie und Freunden in der Heimat gepflegt, und vor allem erholen wir uns von den aufreibenden letzten 2 Wochen der Verschiffung.

Auf der Fahrt Richtung Sueden begegnet uns mehr Militaerpraesenz, als wir es noch aus Mexiko gewohnt sind. Zudem ist die Ausruestung des Militaers um einiges kriegstauglicher. Nicht nur einmal sehen wir Panzer am Strassenrand. Uns zeigen die Soldaten immer nur einen gen Himmel gerichteten Daumen, gute Weiterfahrt, so a la ´Wir haben hier andere Probleme, als euch zu kontrollieren´. Jede Bruecke ist an beiden Seiten durch Sandsaecke und bewaffnete Soldaten gesichert. Uns fallen die Geschichten Reisender ein, welche wir auf unserem Weg getroffen haben. Bei Ad und Hermanus wurde ein Militaerstuetzpunkt in der Naehe ihres Nachtlagers von Guerillas angegriffen. Bei Hans und Bendte schaute bei einer etwas unbedachten Offroadtour die AK47 ins Fahrerfenster – FARC-Rebellen waren in der Gegend! Nur aufgrund Unstimmigkeiten bei den Rebellen gelang ihnen eine stundenlange Flucht, die gluecklicherweise ein gutes Ende nahm.

Bei unser dritten Station, kurz vor dem beruechtigten Medellin, kommen wir, wie so oft in der Daemmerung, in der Bergstadt Yarumal unter. Auf dem gefuellten Marktplatz sind wir die Hauptattraktion. So ein Auto haben sie noch nie gesehen und dazu noch die hellen Haarfarben! Wir werden in mehrere freundliche Gespraeche verwickelt, bevor wir uns der Suche nach einem sicheren Parkplatz und dem Nachtlager widmen koennen. Unheimlich ist es aber schon, wenn scheinbar die gesamte Nachbarschaft von den beiden Gringos weiss, die in der Stadt sind.
Generell aber sind die freundlichen, aufgeschlossen und aeusserst hilfsbereiten Kolumbianer das bisher liebenswuerdigst lateinamerikanische Voelkchen, dass und bis jezt auf der Reise begegnet ist. Noch nie haben wir so viele Reisetipps und Empfehlungen erhalten, noch nie durften wir so oft eine Fuehrung durch unser Auto geben. Da werden unsere Spanischkenntnisse auf die Probe gestellt, denn englisch versteht schon lange niemand mehr.

Nicht nur die deutsche Botschaft, auch Einheimische haben uns davon abgeraten, allzu weit von der Panamericana abzuweichen, und wir halten uns auch daran. Schade, denn wir sind sicher, dass es gerade in den laendlichen Gegenden viele tolle Sachen zu entdecken gibt – aber das Risiko ist uns zu hoch. Wir verlassen Kolumbien mit gemischten Gefuehlen: Einerseit haben wir die bisher aermsten Siedlungen der Reise gesehen und die wildesten Geschichten ueber Gewalt und Unrecht erfahren. Andererseits waren die Menschen ueberaus froehlich und freundlich. Als equadorianische Zeitungen anschliessend von weiteren Kaempfen berichten, bei denen wieder 14 FARC-Rebellen getoetet wurden, und uns noch nachtraeglich eine Email aus der deutschen Botschaft erreicht, dass vor kurzem wieder Deutsche, nicht weit von unserer Route, entfuehrt wurden, fuehlen wir uns doch sehr gut, die Verschiffung und Kolumbien selbst bewaeltigt zu haben! Suedamerika wir kommen!

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english version:

We put our first step on columbian ground, and…we are surprised of Cartagena! We did not know what to expect, frankly spoken, but definitely not this modern skyline, mixed with a cute colonial old town which seems to be arosen directly from one of Jack Londons novels.
But after we won the „paper war“ at the port and at the ´oficinas´ and finally could free Sami after two days out of his container, we leave the city into rural areas. We need a rest so badly!
We find a quit camping place in the backyard of a hotel area and literally recharge all batteries. Sami receives good care after all this time in ports and containers, clothes get washed, we get in touch with friends and family back home, and first of all – we recreate from the intense past two weeks of shipment.

On our way south we pass even more military presence than we´ve been used to up in Mexico, plus their equipment is way more radical. Not just once we even see a tank next to the road. The soldiers usually wave us through, as if they say ´We have more serious stuff to care about than to check you gringos´. Every bridge is secured by military points on both sides. We recall stories we heard by ohter travellers. Ad and Hermanus told us that a military checkpoint got attacked by rebels nnot far away where they stayed the night. Hans and Bendte had an AK47 muzzle pointing in their car´s window, and only with luck they could escape of this scary situation.

At our third stop we arrive at dusk in Yarumal, a nice village town right before notorious Medellín. We are the main attraction on the crowded main plaza as soon as we enter the village. Nobody has ever seen a car like ours, and then these bright hair! We get involved into several friendly chats before we can go on to find a secure parking spot and a room for the night. But still it is a little spooky when pretty much the entire neighbourhood seems to know about the two gringos who are in town.
But in general the Colombians are the friendliest, most open and most helpful people we got to know so far in Latin America. We never received that many travel tips and recommendations by the locals, and we gave the most ´tours´ through our car since the States :-). It is also a good test for our Spanish, because the times anybody understands english are very long time ago.

Not only the German Embassy, but also locals disadvice to depart too far from the Panamericana due to safety reasons, and so we don´t. It is a pity, we are shure that especially in the rural parts there is a lot of cool stuff to discover, but in the end we don´t want to take the risk. So we leave Colombia with mixed feelings: On the one hand we´ve seen the poorest areas so far on the journey, and we heard the wildest stories about violence and injustice. On the other hand the people have been amazingly friendly and happy. As we´ve already left the country ecuadorian papers report about fightings where again 14 FARC rebels have been killed, and we hear abbout two knidnappings with germans involved not far from the route we drove, we are happy to have managed the shipment and Colombia itself. And now: South America here we come!