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World Cup Insights!

einsortiert unter: DIE WELTMEISTERSCHAFT, am 29. Juni 2014

Es wurde so viel ueber diese Weltmeisterschaft geschrieben, dass selbst wir mit dem Lesen kaum hinterher kamen. Ganz klassisch deutsch erschien uns die Berichterstattung in der fernen Heimat, naemlich hauptsaechlich kritisch („Die Stadien werden nicht fertig“) etc.. Jetzt, nach knapp zwei Wochen Weltmeisterschaft im Gastgeberland moechten wir ein paar Einblicke in das Geschehen vor Ort geben:

„Die Infrastruktur im gesamten Land wird total ueberlastet sein“. Wir fragen uns, wer diese Zeilen  in der deutschen Presse geschrieben hat. Es werden zur Weltmeisterschaft ungefaehr eine dreiviertel Million auslaendische Fans erwartet, das entspricht nicht einmal 0,5 Prozent der Gesamtbevoelkerung Brasiliens (circa 200 Millionen Einwohner). Natuerlich reisen auch bzw. vor allem Brasilianer zu den Spielorten, von einer Ueberlastung der internationalen Flughaefen oder Ueberlandbusse kann aber keine Rede sein. Nach nun 3 Busfahrten und 3 Fluegen vor Ort muessen wir sagen, dass reisen in Brasilien waehrend der WM entspannter ist als in Europa. Der Check-In und Sicherheitscheck geht so schnell wie nie, es gibt haufenweise wartende Taxis.

„Die Stadien werden nicht rechtzeitig zum Anpfiff fertig“. An dieser Befuerchtung war und ist etwas dran. Zwar sind die Stadien natuerlich letztlich fertig geworden, aber fertig ist ein dehnbarer Begriff. Denn so gut unsere Transfers zwischen den Spielorten funktionieren, etwas anders sieht das am Spieltag rund um die Stadien aus: Da es bspw. in Fortaleza keine Metroanbindung an das Castelao, das Stadion, gibt, bleiben den Fans nur die oeffentlichen Busse sowie Taxis, um zur Spielstaette zu gelangen. (Randnotiz: Diese Bahn, die den Brasilianern zur WM versprochen wurde, fuehrt zwar in Richtung Stadion, hoert allerdings 2 Stationen vorher auf – dieses Projekt wurde tatsaechlich nicht rechtzeitig fertig). Und da wird es auf den Strassen schonmal schnell voll. Natuerlich ist das dann ein ziemliches Chaos, aber letztlich kam doch jeder Fan rechtzeitig am Stadion an, also alles halb so wild.
Aehnlich in Recife: Warum die Metro-Station nicht direkt an das neu gebaute Stadion anschliesst, weiss niemand. Deswegen fahren Shuttle-Busse die Fans zur Spielstaette – allerdings auch nicht ganz: Den letzten Kilometer muss man trotzdem laufen. Warum die Busse nicht bis direkt vors Stadion fahren…wer weiss das schon.
Aber wer sich einmal bei der Muenchner Allianz-Arena nach dem Spiel in die ueberfuellte U6 Richtung Innenstadt gequetscht hat, oder ueber eine Stunde im Stadion-Parkhaus im Stau stand, sollte in Suedamerika vielleicht auch keine perfekten Zustaende fordern ;-).

Die Fan-Feste, die sich Brasilien von der WM 2006 in unserer Heimat abgeschaut hat, funktionieren bestens. Manche sind besser, manche schlechter, wir hatten bislang jedenfalls grossen Spass! Wir koennen hier sogar einige Vorteile im Vergleich zu damals erkennen: Vor den Fanfesten stehen hier Hunderte emsige Verkauefer, die Bier, Caipis und Essen aller Art verkaufen. Der Bierpreis tendiert hier – je nach Entfernung zur Buehne – zwischen 3 und 5 Reais pro Dose. Super! Kein Schlange stehen am einzigen authorisierten (und ueberteuertem) Bierstand, der zudem mit dem Ausschank nicht nachkommt…so macht WM schauen extra Spass.
Bei der Sicherheit laesst Brasilien auch nichts anbrennen. Das Gastgeberland garantiert der FIFA stoerungsfreie Ablaeufe, und wer die Spezialeinheiten von Polizei und Militaer sieht, die bei jeder Veranstaltung vor Ort sind, der moechte auch wirklich nicht stoeren. Wir sind das ja von unserer Reise schon gewohnt, aber das ein oder andere deutsche Fan-girlie wirkt beim Anblick von Maschinenpistolen und Stahlhelmen manchmal etwas irritiert :-). Als wir in Aracaju beim Forro-Festival eben solch eine Spezialeinheit einmal „in action“ gesehen haben, wissen auch wir: Mit den Jungs nist nicht zu spassen!
Irritiert waren jedenfalls auch wir, als beim Fan-Fest in Salvador de Bahia nur die Spiele von Brasilien gezeigt wurden. Es stellte sich aber heraus, dass dies nur in Salvador der Fall ist, weil dort grosse Teile der Betriebskasse verschwunden sind, mit der eigentlich die Security bezahlt werden sollte. Aus Sicherheitsgruenden wurden also alle anderen Uebertragungen ausgesetzt. Dumm gelaufen. Auch das ist Brasilien.

Jeder, der das Spiel gegen Ghana gesehen hat, wird sich gefragt haben: Wieso gibt es ein gellendes Pfeifkonzert, obwohl der Ball doch ausnahmsweise mal sauber in den Reihen unserer Mannschaft zirkuliert? Als die Stadiensicherheit den DFB Fanblock stuermt und alle Fahnenbesitzer zum Abhaengen dieser zwingt, gibt es tatsaechlich unschoene Szenen. Handgemenge, fliegende Becher, es wird skandiert, gepfiffen und getobt – die Security sackt viele Fahnen ein, und manche Besitzer gleich mit (die Road2Rio-Fahne hat zum Glueck ueberlebt). Ueber die Gruende des Fahnenverbotes kann man nur raetseln, denn es ist ja nicht so, dass man damit irgendwelche Werbung verdecken wuerde. Die FIFA moechte zwar die Fans und gute Stimmung in die Stadien bekommen, aber die Fankultur muss zuhause bleiben. Fragwuerdig. An den Aufschriften der Fahnen jedenfalls liegt es nicht, denn diese werden beim Security Check vor dem Spiel auf verbotene Texte und Zeichen geprueft. Eines hat diese „starke“ Aktion der FIFA gebracht: Naemlich viele aufgebrachte Fans, und wir sind gespannt, ob man in den naechsten Spielen nochmals solche Szenen riskieren moechte. Im argentinischen oder mexikanischen Block moechten wir jedenfalls nicht die armen Schweine sein, die sinnfreie Anweisungen der FIFA umsetzen muessen.

Einfacher ist es da fuer die FIFA, sich auf vermeintliche Rassisten zu stuerzen: Befreundete Fans aus unserem Hostel haben sich fuer die Spiele als Deutschlandfahne verkleidet, die ja bekanntlich schwarz-rot-gold ist. Und da schwarz nun einmal oben ist, haben sich die beiden auch das Gesicht schwarz angemalt, damit der Look perfekt wird. Allein wegen dem Outfit hatte sich nun diese Woche das Disciplinary Commitee der FIFA getroffen und erwaegt, gegen die Jungs ein Verfahren wegen Rassismus einzuleiten (Hinweis: Deutschland spielte gegen Ghana).
In diesem wirklich coolen Fan-Outfit tatsaechlich Rassendiskriminierung zu erkennen, zeigt wieder einmal, wie unglaublich weit die FIFA von jeglicher Fan-Kultur entfernt ist.
Allerdings muss man in anderen Kulturkreisen tatsaechlich mit vermeintlich eindeutigen Begriffen und Bedeutungen aufpassen. So traegt Richard traditionell eine Kapitaensbinde zum Spiel, auf der das Wort „Spielfuehrer“ steht. „Spiel“ ist natuerlich niemandem ein Begriff, aber das Wort „Fuehrer“ springt jedem ins Auge, und dieses Wort kennt auch in Brasilien jeder. Nachdem einige suedamerikanische Fans Richard zur Bedeutung der Binde gefragt haben, ist uns erst klar geworden, wie falsch Auslaender diesen Aufdruck vermutlich interpretieren koennten, und lassen sie ab jetzt im Rucksack. Auch wenn man im Recht ist, muss man ja nicht provozieren.

A propo provozieren: Spanien, England, Portugal und Italien sind in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Wir koennen ein Laecheln nicht unterdruecken. 🙂

Ab jetzt geht das Turnier los. Wir sind eben im (kalten) Sueden, in Porto Alegre, angekommen…am Montag geht es gegen Algerien!! Natuerlich werden wir im Stadion sein!

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English version:

A lot has been written about the Cup, even we couldn´t read all the press releases. To us, the media back home seemed to be classical german critical („The stadiums won´t get ready til the kick-off“) etc. Now, after two weeks of world cup we´d like to give some insights into the happenings on site:

„The infrastructure in the entire country will be totally overloaded during the Cup“. We asked ourselves who wrote these lines in the german press. During the world cup there are around one million non-brazilian fans in Brazil, this is not even 0.5 percent of Brazil´s population (around 200 million people). Of course lots of locals are travelling within the country to see the matches, but it couldn´t be further from a „collapse“ which many „experts“ predicted. After three bus trips and four flights within Brazil we can say that travelling here, during the Cup, is more relaxed than in Europe. The check-ins and security checks go as fast as never, and we find tons of waiting taxis everywhere.

“ The stadiums won´t be ready until the kick-offs“. Well, there is something about this fear. Of course, the arenas are ready and playable, but „ready“ is an expendable term. As good as the transfers work between the host cities, it looks a bit different around the stadiums at matchday: E.g. in Fortaleza there is no metro connection to the stadium, so there are only busses and cabs to get to the playground. (Please note: The goverment promised the local people this metro in the course of hosting the world cup, but the metro couldn´t be finished in time, so the last two stations to the stadium are missing). And so the streets get very crowded. Of course it is a chaos, but in the end every fan arrives at the stadium more or less in time, so all good.
Similar situation in Recife: nobody knows why the metro doesn´t have a direct connection to the new-built stadium. That´s why they installed shuttle busses bringing the fans from the closest metro station to the playground – but not fully, too: The last kilometer has still to be walked. Why the busses don´t drive all the way to the stadium? Nobody knows…
But everybody who ever squeezed in the overcrowded U6 to the Allianz Arena in Munich or who spent more than one hour in the arena´s park deck shouldn´t demand perfect situations in South America ;-).

The fan fests which Brazil copied from Germany work very well. Some are better, some worse, but we had lots os fun so far! We can even tell some advantages compared to 2006: Around the fan fest areas there are thousands of locals selling beer, Caipis and street food of all kinds. The beer price varies – depending on the distance to the big screen – between 3 and 5 Reais per can. Super! No long queues at the only authorized beer stand which cannot handle all the requests – just go and grab a beer, man 🙂
And Brazil doesn´t scorch anything regarding security. The host country guarantees the FIFA smooth processes, and everybody who sees the special forces which are present at every event really doesn´t want to disturb at all. We are used to that presence from other countries of our trip, but some german fan-girlie seems to be a bit irritated by the sights of machine guns and steel helmets.
Since  we´ve seen one of these troops „in action“ at the Forro-Festival in Aracaju we know: Don´t fuck with these guys!
But we have been irritated, too, as the fan fest in Salvador de Bahia only showed the matches of Brazil. It turned out that this is just the case in Salvador because big amounts of the budget disappeared with which the security should have been paid. And due to security reason they didn´t want to show other matches without local security. Shit happens! That´s Brazil, too.

Every fan who followed the german match versus Ghana might have wondered: Why is there a chorus of whistles and booing, although the ball is circulating well in the german team for once? When the stadium security enters the german fan block and forces all flag owners to remove banners and flags unbeautiful scenes happen. Brawls, flying beer cups, it is shouted, booed and whistled – the security takes away a lot of flags, and also some bullheaded fans (luckily the Road2Rio flag survived). We can only puzzle about the reasons behind the prohibition of banners in the stadiums. That they cover some advertising or sponsor´s logos cannot be the reason – there is none on the walls. On the one hand the FIFA wants to bring the people and good vibes into the stadiums, but the fan culture is supposed to be excluded. Very questionable. And it cannot be up to slogans on the banners, because the security checks every flag when the fans enter the stadium. But this „strong“ FIFA´s action resulted in one thing: Many angry fans, and we are interested if the authorities really want to risk those scenes again in the upcoming matches. We definitely don´t want to be the poor guys who have to realize these senseless FIFA orders in an Argentinian or Mexican fan block.

So it is easier for the FIFA to focus on would-be rassists: Friendly fans from our hostel dressed up as a german flag, which is well-known black-red-golden. And because black is on top the two guys painted their faces in black to  make the look perfect.
Only because of these outfits the Disciplinary Committee of the FIFA meeted last week and discussed legal actions against these folks as this is seen as being rassistic (Note: Germany played against Ghana).
To even try to see racial discrimination in this pretty cool fan outfit once more demonstrates how disconnected from the fan´s cultures the FIFA really is.
Nevertheless you indeed have to be careful with some assumed clear termns and meanings. Richard traditionally wears a captain´s armband at every match with the word „Spielfuehrer“ printed on it. Of course, nobody knows what „Spiel“ means (=match), but the word „Fuehrer“ is very eye-catching to everybody, and this word is well-known also here in Brazil. So it happened that lots of south-american fans asked Richard about the meaning of this armband, which simply means „captain“, or litterally „match-leader“, and we just realized how wrong this expression could be interpreted by non-germans. So we leave it in the bagpack from now on. Even when you are right by definition…there is no need for provocations.

Talking about provocations: Spain, England, Portugal and Italy left the Cup in the group phase. We cannot choke down a smile 🙂

And now the tournament really starts. Clemens and I just arrived in the (cold) South, in Porto Alegre…it is against Algeria on Monday!! Of course we have tickets.